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Bereits vor mehr als 5000 Jahren wurde in China Tee getrunken. Laut einer Legende entdeckte das köstliche Getränk ein Pilger, der sich unter einen Baum zum Schlafen legte. Eine Schüssel gefüllt mit warmem Wasser stand neben ihm. Als er wieder erwachte, war sein Wasser nicht mehr klar, sondern hatte eine eigenartige Färbung. Er trank trotzdem davon und stellte einen angenehmen Geschmack fest. Zudem hatte dieses Getränk eine stimulierende Wirkung. Der Baum, unter dem er schlief, war ein Teebaum.
Durch die folgenden Jahrhunderte genossen immer mehr Menschen in China Tee. Dieser Genuss blieb jedoch vor allem der Oberschicht des Landes vorbehalten.
Zirka im 8. Jahrhundert n.Chr. brachten vornehmlich buddhistische Mönche aber auch Handelsreisende zuerst Teemuster und später Teesamen und –sprösslinge von China nach Japan. Seit her wird in Japan Tee angebaut. Auch die japanische Bevölkerung fand schnell Gefallen an diesem köstlichen Getränk. In Japan gilt Tee als Frischprodukt. Die frischen, noch grünen Blätter werden oft direkt auf dem Markt gekauft und zuhause im Kühlschrank aufbewahrt.
Legenden erzählen, dass Marco Polo auf seinen Reisen Tee trank und auch einige Teemuster nachhause gebracht haben soll. Wann der erste Tee tatsächlich nach Europa kam, können wir heute nicht mehr ermitteln. Man kann davon ausgehen, dass auf der berühmten Seidenstrasse, die schon seit dem 2. Jahrtausend v.Chr. als Transportweg für den Seidenhandel von China nach Indien und weiter führte und so die ersten kleinen Teemengen nach Europa gelangten. Als dann die Europäer Fernost erkundeten und sich dort einnisteten, waren es die Portugiesen, die ab dem Jahr 1560 mit dem Teehandel aus China begannen. 1610 schifften die Holländer offiziell die erste Schiffsladung Tee nach Amsterdam / Europa . Mit ihren schnellen Schiffen lieferten sich die Kolonialmächte regelrechte Wettkampf, wer nun zuerst mit der kostbaren Fracht in Europa ankomme. Es wurden extra spezielle „Tee-Clipper“ gebaut, Schiffe, die noch schneller als herkömmliche Frachter fuhren. Erst, nachdem die Dampfschifffahrt Einzug in die Gewässer hielten , wurden die Tee-Clipper ausrangiert.
Natürlich fand der Tee auch den Weg nach Amerika. Dort wurde er von den englischen Kolonialherren mehrfach und hoch besteuert, bevor er schliesslich zum Verkauf an den Endverbraucher gelangte. Als Indianer verkleidet warfen deshalb am 16. Dezember 1773 rund 90 Bürger von Bosten mehr als 300 Kisten importierten Tee in den Hafen, um gegen die Teesteuer zu protestieren. Diese Aktion ist als „Bosten Tea Party“ in die Geschichte eingegangen und war einer der Auslöser für den Nordamerikanischen Unabhängikeitskrieg.
Seit Ende des 19. Jahrhunderts ist der Tee auch in Mitteleuropa zum verbreiteten Volksgetränk geworden, vornehmlich aber in Irland, England und in Norddeutschland
(Ostfriesland).